Der eine hat die Lizenz zum Töten. Ich für die Rennstrecke. Teil 2: Taxi, Teilejagd und Strom auf Raten.

  Ein paar Stunden vorher – Freitagmorgen. Als ich am Freitagmorgen im Taxi zur Rennstrecke saß, fühlte sich das an wie ein Paralleluniversum: Ich war eigentlich auf dem Weg zur Rennlizenz – also zu etwas, das nach Kontrolle, Präzision und „ich hab mein Leben im Griff“ riecht. Und trotzdem saß ich in einem Taxi, während mein Auto sechs Kilometer entfernt irgendwo stand und sich vermutlich gerade selbst bemitleidete. Die Straße nach Posen war harmlos. Das Taxi war leise, warm, zuverlässig. Ich merkte, wie mein Körper bei jeder normalen Beschleunigung kurz irritiert war – als würde er fragen: „Moment… das geht auch ohne Drama?“ Ich lehnte den Kopf an die Scheibe und starrte raus, und irgendwo zwischen Müdigkeit und Adrenalin tauchte ein Gedanke auf, der mir unangenehm war: Vielleicht wird das heute sogar… einfach. Zum Glück ist Tag eins Theorie. Kein Auto nötig. Kein Starten. Kein Strom. Keine 14-Volt-Hoffnung. Nur Unterricht. Regeln. Flaggen. Verhalten. Sicherheit. Dinge, die ...

Projekt Marrakesch Teil 3 – Die Abholung

Project Marrakesh

 

 


Nachdem alle Formalitäten rund um den Kauf erledigt waren, stand der nächste Schritt an: die Abholung. Doch wie das Leben so spielt – alles, was gut und groß werden soll, bekommt man nicht geschenkt. Auch dieser Porsche nicht.

Der Wagen wartete nicht etwa abholbereit in einer Garage. Nein. Er stand hinter dem Haus, um die Ecke, getrennt durch eine lange und äußerst schmale Einfahrt. Eine einfache Wiederbelebung würde das hier sicher nicht werden. Und ein „automobiler Kaiserschnitt“ war ebenfalls ausgeschlossen.
Also blieb nur eines: pressen, fluchen, schieben, ziehen, lenken.
Zumindest in der Theorie.

Zuerst mussten die Reifen Luft bekommen – und im besten Fall auch behalten. Und tatsächlich: sie hielten. Rund, straff, bereit. Ein kleiner Sieg, aber ein wichtiger.

Nun ging es ans Bewegen. Und hier kam dann alles, was vorher nur angedeutet war – nur mit deutlich mehr Fluchen. Die 25 Standjahre hatten Spuren hinterlassen. Die Bremsen waren komplett fest. Also half alles nichts:
Alle Räder runter.
Bremsflüssigkeit raus.
Bremssättel ab.
Schrauben, schrauben, schrauben.

Nach zwei Stunden intensiver Arbeit war es geschafft: Der Porsche war nun frei – und rollbar.
Theoretisch zumindest.

Denn jetzt zeigte sich das nächste Problem: Das Zündschloss hing fest, und das Lenkradschloss ließ keine Lenkbewegung zu. Geradeaus? Ja.
Um die Ecke? Keine Chance.

Also: beten, fluchen, Gewalt androhen – und schließlich ein gesunder Schuss WD-40.
Und tatsächlich: Es klickt. Das Schloss gibt nach. Das Auto ist frei.

Jetzt blieb nur noch der letzte Schritt: Aufladen auf den Anhänger und nach Hause bringen.
Und dieser Teil?
Der lief erstaunlich problemlos.

Project Marrakesh – Teil 3 von 8

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