Selbstporträt - Malen nach Zahlen oder Warum ich mir lieber ein Ohr abschneide, als etwas zu einfach zu machen.
Selbstporträt - Malen nach Zahlen oder Warum ich mir lieber ein Ohr abschneide, als etwas zu einfach zu machen.
Ich war noch nie gut in einfachen Dingen. Und ich habe Dingen, die auf Anhieb funktionieren, nie wirklich getraut. Wenn etwas beim ersten Versuch klappt, bin ich nicht stolz. Ich werde misstrauisch. Dann fange ich an zu zweifeln – nicht an mir, sondern am Ziel. War es zu klein? Zu bequem? Zu nah an dem, was jeder hätte machen können? Ich hatte nie Angst vor dem Scheitern. Eher im Gegenteil. Manchmal hatte ich Angst davor, nicht zu scheitern. Angst davor, dass etwas sofort gelingt – und ich mich dann frage, ob der Weg überhaupt notwendig war. Ich arbeite nicht linear. Ich fange nicht bei null an. Null ist für mich keine Freiheit, null ist eine Aufgabe. Freiheit beginnt für mich mit Dingen. Mit Material. Mit Gewicht. Mit Widerstand. Ich sammle Sachen „für später“. Dinge, von denen ich nicht weiß, wofür ich sie brauche. Aber ich weiß: Irgendwann werde ich es wissen. Das ist keine Unordnung. Das ist Freiheit auf Vorrat. Meine Projekte entstehen nicht aus Ide...
- Link abrufen
- X
- Andere Apps

Kommentare
Kommentar veröffentlichen