Der eine hat die Lizenz zum Töten. Ich für die Rennstrecke. Teil 2: Taxi, Teilejagd und Strom auf Raten.

  Ein paar Stunden vorher – Freitagmorgen. Als ich am Freitagmorgen im Taxi zur Rennstrecke saß, fühlte sich das an wie ein Paralleluniversum: Ich war eigentlich auf dem Weg zur Rennlizenz – also zu etwas, das nach Kontrolle, Präzision und „ich hab mein Leben im Griff“ riecht. Und trotzdem saß ich in einem Taxi, während mein Auto sechs Kilometer entfernt irgendwo stand und sich vermutlich gerade selbst bemitleidete. Die Straße nach Posen war harmlos. Das Taxi war leise, warm, zuverlässig. Ich merkte, wie mein Körper bei jeder normalen Beschleunigung kurz irritiert war – als würde er fragen: „Moment… das geht auch ohne Drama?“ Ich lehnte den Kopf an die Scheibe und starrte raus, und irgendwo zwischen Müdigkeit und Adrenalin tauchte ein Gedanke auf, der mir unangenehm war: Vielleicht wird das heute sogar… einfach. Zum Glück ist Tag eins Theorie. Kein Auto nötig. Kein Starten. Kein Strom. Keine 14-Volt-Hoffnung. Nur Unterricht. Regeln. Flaggen. Verhalten. Sicherheit. Dinge, die ...

Projekt Marrakesh Teil 4 – Was soll das überhaupt werden?

Project Marrakesh

 

 

 Ziel, Datum und Strecke stehen fest.

Doch die eigentliche Frage ist: Wie muss der Porsche aufgebaut sein, um Europa zu durchqueren, das Mittelmeer zu überleben und dann in Afrika weiterzufahren?

🔧 1. Technik – der unvermeidliche Pflichtteil

Nach 25 Jahren Stillstand benötigt der Wagen mehr als nur frische Flüssigkeiten.
Die Liste ist lang und eindeutig:

  • komplette Bremsanlage neu

  • Bremsleitungen ersetzen

  • Tank ausbauen und erneuern

  • Kraftstoffleitungen erneuern

  • Zahnriemen, Wasserpumpe, Thermostat

  • alle Flüssigkeiten frisch

  • zahlreiche Kleinteile und Dichtungen

  • Schweißarbeiten

  • Teil-Lackierung

Eine komplette technische Wiederbelebung – exakt das, was man erwartet, wenn ein Auto ein Vierteljahrhundert Pause hatte.

🧳 2. Platz – und warum das Thema größer ist als gedacht

Neben der Technik gibt es die eigentliche Herausforderung: Stauraum.

Mein Co-Pilot ist meine Partnerin.
Und wer mit einer Frau auf große Reise geht, weiß, dass Platz kein theoretischer Wert ist – sondern eine harte physikalische Größe.

Dazu kommt:
Wir haben uns beim Ausbau meines alten Busses zum Wohnmobil daran gewöhnt, unkompliziert irgendwo anzuhalten, Stühle und Tisch rauszuholen und mitten im Nirgendwo einen Kaffee zu machen.

Diese Freiheit wollen wir nicht aufgeben, denn diese Freiheit kann man noch nicht einmal mit der Visa bezahlen.

Das bedeutet:
Auch der Porsche braucht Raum für:

  • Campingtisch und Stühle

  • einen Kühlschrank

  • Kochset (Gaskocher, Töpfe, Pfanne, Geschirr)

  • Wasserbehälter

  • Reservekanister

  • Werkzeug und Ersatzteile

  • Fotoausrüstung

Der Stauraum muss nicht nur vorhanden sein – er muss quasi neu erfunden werden.

🏜️ 3. Marokko fordert mehr als Asphalt

Auf den Straßen südlich des Mittelmeers erwarten uns:

  • Pisten

  • Sand

  • Steine

  • fehlende Leitplanken

  • wenig Bodenmarkierungen

  • Dunkelheit ohne Lichtreflexe, dafür aber mit vielen verschiedenen Sachen auf den "Straßen",die man dort niemals vermuten würde

Daher wird der Porsche ausgestattet mit:

  • Allterrain-Bereifung

  • einem vollwertigen Ersatzrad

  • Zusatzbeleuchtung

  • einem selbst gebauten Unterfahrschutz

  • leicht erhöhter Bodenfreiheit (durch größere Reifen)

Allrad wäre ideal – aber das lässt sich weder anbauen noch herbeiwünschen. Auch stricken mit Garn und Stricknadel kann man es nicht. Ich könnte mir höchstens das 4x4 Symbol aufs Auto kleben. Aber ob das was bringt ?
Deshalb: improvisieren, anpassen, optimieren.

 

Habe ich etwas Wichtiges vergessen?
Etwas, das unbedingt in einen Porsche gehört, der 4.600 km Richtung Afrika fährt – egal ob ernst gemeint, praktisch oder komplett verrückt?

Falls Euch was einfällt : ich freue mich über jeden Tipp, jede Erfahrung, jede Idee.
Lieber jetzt darüber lachen als später in der Sahara fluchen. 😅







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