Selbstporträt - Malen nach Zahlen oder Warum ich mir lieber ein Ohr abschneide, als etwas zu einfach zu machen.

  Ich war noch nie gut in einfachen Dingen. Und ich habe Dingen, die auf Anhieb funktionieren, nie wirklich getraut. Wenn etwas beim ersten Versuch klappt, bin ich nicht stolz. Ich werde misstrauisch. Dann fange ich an zu zweifeln – nicht an mir, sondern am Ziel. War es zu klein? Zu bequem? Zu nah an dem, was jeder hätte machen können? Ich hatte nie Angst vor dem Scheitern. Eher im Gegenteil. Manchmal hatte ich Angst davor, nicht zu scheitern. Angst davor, dass etwas sofort gelingt – und ich mich dann frage, ob der Weg überhaupt notwendig war. Ich arbeite nicht linear. Ich fange nicht bei null an. Null ist für mich keine Freiheit, null ist eine Aufgabe. Freiheit beginnt für mich mit Dingen. Mit Material. Mit Gewicht. Mit Widerstand. Ich sammle Sachen „für später“. Dinge, von denen ich nicht weiß, wofür ich sie brauche. Aber ich weiß: Irgendwann werde ich es wissen. Das ist keine Unordnung. Das ist Freiheit auf Vorrat. Meine Projekte entstehen nicht aus Ide...

Project Marrakesh - Porsche 944 the African-Story

 

 





944 Gründe für einen Porsche.

Nichts gesucht und trotzdem etwas gefunden.
Zufall? Schicksal?
Ich nehme an: es sollte so sein.

Gibt es denn sonst eine Erklärung dafür, dass ich plötzlich Besitzer eines weiteren Porsche 944 wurde? Dieses Mal musste ich nocht nicht einmal eine Weltreise unternehmen. Das Auto stand gleich um die Ecke. Keine 20km von mir entfernt. 

Ich wollte nur schauen, was da zum Verkauf steht.
Ohne Kaufdruck, ohne Erwartung, ohne Plan.
Einfach neugierig hingefahren.
Und da stand er.

Nicht seit gestern.
Nicht seit letztem Jahr.
Seit fast 25 Jahren.


Standbild einer Vergangenheit


Unter einer einfachen Plane.
Kein Glanz.
Kein Sound.
Keine Bewegung.
Nur Stille.

Und diese Stille wurde von der Jahreszeit auch noch verstärkt —
melancholisch, kalt, feucht, trüb.
Es war Mitte Januar - selbst die Luft wirkte müde.

Platte Reifen, Rost, Spinnweben, altes Laub
und Moos in jeder Ritze,
in jeder Dichtung —
wie eine grüne Fuge.
Als wolle die Natur die einzelnen Teile der Karosserie
Stück für Stück miteinander verfugen.

So wirkte das Auto wie eingefroren in der Zeit — als hätte jemand den Pause-Knopf gedrückt und danach vergessen weiterzuspielen. 

Ein trauriger Anblick,
der mehrere Interessenten vor mir abgeschreckt hatte.

Doch ich sah mehr als eine vergammelte alte Kiste.
Mehr als Arbeit, Zeit und Anstrengung.
Mehr als Kosten und Marktwert.

Ich sah etwas, das sich nicht messen lässt.
Geschichte. Charakter. Würde.
Vielleicht auch Projektion.
Vielleicht alles zusammen.

Ich sah Stolz.
Ich sah Seele.
Und ich wusste sofort:
Er hat gute Gene.
Zuffenhausener Gene.



Ein Fehler im Plan – oder der fehlende Teil davon?

Ich wollte nichts kaufen.
Nichts anfassen.
Nur gucken.

Doch es kam anders.

Plötzlich lag er vor mir:
Der letzte Baustein eines Puzzles,
dessen Bild ich längst kannte –
nur das fehlende Teil nie fand.

Ein Baustein für einen Plan,
der schon lange in meinem Kopf lief:
Marokko.
West­sahara.
Vielleicht sogar Mauretanien.

Und dieser Baustein war ein Auto.
Dieses Auto.


Nicht irgendeiner. Sondern der Richtige.

Ich wollte kein „geht schon“.
Ich wollte kein „passt irgendwie“.
Ich wollte nichts, was sowieso jeder nehmen würde.

Ich suchte keinen Showroom-Held.
Ich suchte einen Krieger.

Nicht den James Bond unter den Autos —
sondern den Indiana Jones.

Einen, der sich nicht beschwert,
wenn Sand knirscht
und Benzin nach Abenteuer riecht.

Einen, den man umbauen darf,
ohne heilige Porsche-Gebete zu brechen.
Einen, der Geschichte mitbringt,
aber bereit für ein zweites Leben ist.

Und genau da stand er.


Projekt Marrakesh wird geboren

Die Plane geht hoch.
Und mit ihr der Plan.

Alles wird rund.
Alles wird logisch.

Projekt Marrakesh.
Safari-Style,
aber nach meinen Regeln.

Die Reise beginnt.
Nicht irgendwann.

Jetzt.

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