Der eine hat die Lizenz zum Töten. Ich für die Rennstrecke. Teil 2: Taxi, Teilejagd und Strom auf Raten.

  Ein paar Stunden vorher – Freitagmorgen. Als ich am Freitagmorgen im Taxi zur Rennstrecke saß, fühlte sich das an wie ein Paralleluniversum: Ich war eigentlich auf dem Weg zur Rennlizenz – also zu etwas, das nach Kontrolle, Präzision und „ich hab mein Leben im Griff“ riecht. Und trotzdem saß ich in einem Taxi, während mein Auto sechs Kilometer entfernt irgendwo stand und sich vermutlich gerade selbst bemitleidete. Die Straße nach Posen war harmlos. Das Taxi war leise, warm, zuverlässig. Ich merkte, wie mein Körper bei jeder normalen Beschleunigung kurz irritiert war – als würde er fragen: „Moment… das geht auch ohne Drama?“ Ich lehnte den Kopf an die Scheibe und starrte raus, und irgendwo zwischen Müdigkeit und Adrenalin tauchte ein Gedanke auf, der mir unangenehm war: Vielleicht wird das heute sogar… einfach. Zum Glück ist Tag eins Theorie. Kein Auto nötig. Kein Starten. Kein Strom. Keine 14-Volt-Hoffnung. Nur Unterricht. Regeln. Flaggen. Verhalten. Sicherheit. Dinge, die ...

Project Marrakesh Teil 1 - Porsche 944 the African-Story

Project Marrakesh
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944 Gründe für einen Porsche.

Nichts gesucht und trotzdem etwas gefunden.
Zufall? Schicksal?
Ich nehme an: es sollte so sein.

Gibt es denn sonst eine Erklärung dafür, dass ich plötzlich Besitzer eines weiteren Porsche 944 wurde? Dieses Mal musste ich nocht nicht einmal eine Weltreise unternehmen. Das Auto stand gleich um die Ecke. Keine 20km von mir entfernt. 

Ich wollte nur schauen, was da zum Verkauf steht.
Ohne Kaufdruck, ohne Erwartung, ohne Plan.
Einfach neugierig hingefahren.
Und da stand er.

Nicht seit gestern.
Nicht seit letztem Jahr.
Seit fast 25 Jahren.


Standbild einer Vergangenheit


Unter einer einfachen Plane.
Kein Glanz.
Kein Sound.
Keine Bewegung.
Nur Stille.

Und diese Stille wurde von der Jahreszeit auch noch verstärkt —
melancholisch, kalt, feucht, trüb.
Es war Mitte Januar - selbst die Luft wirkte müde.

Platte Reifen, Rost, Spinnweben, altes Laub
und Moos in jeder Ritze,
in jeder Dichtung —
wie eine grüne Fuge.
Als wolle die Natur die einzelnen Teile der Karosserie
Stück für Stück miteinander verfugen.

So wirkte das Auto wie eingefroren in der Zeit — als hätte jemand den Pause-Knopf gedrückt und danach vergessen weiterzuspielen. 

Ein trauriger Anblick,
der mehrere Interessenten vor mir abgeschreckt hatte.

Doch ich sah mehr als eine vergammelte alte Kiste.
Mehr als Arbeit, Zeit und Anstrengung.
Mehr als Kosten und Marktwert.

Ich sah etwas, das sich nicht messen lässt.
Geschichte. Charakter. Würde.
Vielleicht auch Projektion.
Vielleicht alles zusammen.

Ich sah Stolz.
Ich sah Seele.
Und ich wusste sofort:
Er hat gute Gene.
Zuffenhausener Gene.



Ein Fehler im Plan – oder der fehlende Teil davon?

Ich wollte nichts kaufen.
Nichts anfassen.
Nur gucken.

Doch es kam anders.

Plötzlich lag er vor mir:
Der letzte Baustein eines Puzzles,
dessen Bild ich längst kannte –
nur das fehlende Teil nie fand.

Ein Baustein für einen Plan,
der schon lange in meinem Kopf lief:
Marokko.
West­sahara.
Vielleicht sogar Mauretanien.

Und dieser Baustein war ein Auto.
Dieses Auto.


Nicht irgendeiner. Sondern der Richtige.

Ich wollte kein „geht schon“.
Ich wollte kein „passt irgendwie“.
Ich wollte nichts, was sowieso jeder nehmen würde.

Ich suchte keinen Showroom-Held.
Ich suchte einen Krieger.

Nicht den James Bond unter den Autos —
sondern den Indiana Jones.

Einen, der sich nicht beschwert,
wenn Sand knirscht
und Benzin nach Abenteuer riecht.

Einen, den man umbauen darf,
ohne heilige Porsche-Gebete zu brechen.
Einen, der Geschichte mitbringt,
aber bereit für ein zweites Leben ist.

Und genau da stand er.


Projekt Marrakesh wird geboren

Die Plane geht hoch.
Und mit ihr der Plan.

Alles wird rund.
Alles wird logisch.

Projekt Marrakesh.
Safari-Style,
aber nach meinen Regeln.

Die Reise beginnt.
Nicht irgendwann.

Jetzt.

Project Marrakesh – Teil 1 von 8

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