Der eine hat die Lizenz zum Töten. Ich für die Rennstrecke. Teil 2: Taxi, Teilejagd und Strom auf Raten.

  Ein paar Stunden vorher – Freitagmorgen. Als ich am Freitagmorgen im Taxi zur Rennstrecke saß, fühlte sich das an wie ein Paralleluniversum: Ich war eigentlich auf dem Weg zur Rennlizenz – also zu etwas, das nach Kontrolle, Präzision und „ich hab mein Leben im Griff“ riecht. Und trotzdem saß ich in einem Taxi, während mein Auto sechs Kilometer entfernt irgendwo stand und sich vermutlich gerade selbst bemitleidete. Die Straße nach Posen war harmlos. Das Taxi war leise, warm, zuverlässig. Ich merkte, wie mein Körper bei jeder normalen Beschleunigung kurz irritiert war – als würde er fragen: „Moment… das geht auch ohne Drama?“ Ich lehnte den Kopf an die Scheibe und starrte raus, und irgendwo zwischen Müdigkeit und Adrenalin tauchte ein Gedanke auf, der mir unangenehm war: Vielleicht wird das heute sogar… einfach. Zum Glück ist Tag eins Theorie. Kein Auto nötig. Kein Starten. Kein Strom. Keine 14-Volt-Hoffnung. Nur Unterricht. Regeln. Flaggen. Verhalten. Sicherheit. Dinge, die ...

Ich mache die Rennfahrer-Lizenz...



Zlombol is every day  or  zlombol can be every day!

Das Leben hat mich wieder voll auf dem falschen Fuß erwischt. Auf all das, was die letzten Tage gebracht haben, war ich eigentlich auf der Fahrt zum Nordkapp oder zum Olymp vorbereitet. Aber nicht jetzt! Nicht auf der relativ kurzen Strecke. Knapp 2000km sind doch keinerlei Vorbereitungen wert. Dachte ich…und das war voll für den Arsch!

Der Plan sah vor, die letzten Urlaubstage des letzten Jahres für einen Rennfahrer-Lizenz zu opfern. Ein Kurs in Posen/ Polen entsprach genau meinen Vorstellungen. Da ich sowieso auf der Rennstrecke in Polen starten will….nicht mit dem Polonez…mit einem Fiat 126….wäre es angebracht auch genau dort, die Lizenz zu machen.

Gedacht, getan. Angemeldet für den  Freitag, den 28 März fuhr ich am Donnerstag  Nachmittag mit dem Polonez los. Im Auto :  für die paar Tage etwas Klamotten, mein Laptop, Handys, meine Fotokamera….ganz wichtig…mein nagelneuer Rennhelm…und….Gott sei dank….der Werkzeugkasten.
Die ersten 400km verlaufen absolut problemlos. Ich „schwimme“ mit dem Strom Richtung polnische Grenze. Auch auf der ganz linken Fahrspur ist der Polonez zu findenJ
Die Tachonadel zappelt nervös am Anschlag, jenseits der 180 km/h Marke und zwischen dem Gaspedal und dem Bodenblech ist noch reichlich Platz. Ein kurzer Kontrollblick auf das Navi …ich fahre 150 km/h…“Mist..ganz schöne Abweichung“. Egal … für ein Fahrzeug mit 75PS Bj 81…ist es trotzdem nicht schlecht. Ohne Tacho und Navi würde ich sagen ich bin schneller als 270km/h unterwegs…Vibrationen und Geräuschkulisse wie bei einem Jet kurz vor dem Abheben.    Hier geht es weiter....

Kommentare

  1. Hervorragend geschrieben, wann kommt die nächste Folge. 🕵️‍♀️

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    1. Vielen Dank. Wie gedacht, gefühlt und erlebt, so zu Papier gebracht. Die Geschichte wird auf jeden Fall weiter erzählt. So schnell wie möglich. VG

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